Anne Will und der „Ausseneinsatz“ in Afghanistan

Nach dem TV Film zum Afghanistan Film „Auslandseinsatz“ kam es bei Anne Will zu einem recht interessanten Talk, unter anderem mit Jürgen Todenhöfer und dem Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). Einzig Herr Todenhöfer erklärte die Mission Afghanistan für gescheitert und erklärte durch Opferzahlen, den zunehmenden Terrorismus und die verstärkte Taliban Präsenz das Afghanistan so nicht zur Ruhe kommt.Verdeutlicht wurde das Problem aber besonders durch den eingespielten Kurzfilm. Dieser als Propaganda Streifen gedachte Blick in die Realität lies deutsche Soldaten zu Wort kommen und zeigte bewaffnete Soldatinnen in verarmten Bergdörfern quasi als Samariter der Steinzeit. Die Soldatin sprach sich dann auch telegen für die Unterstützung der Bevölkerung aus und beschrieb deren verehrende Wohnsituation in Lehmhütten. Die Botschaft war klar, ohne uns geht dort nichts. Unglücklicherweise sieht der Deutsche oder besser gesagt der zivilisierte Mensch sein eigenes amoralisches Prinzip bei derartigen Missionen nicht.

Ein Mensch, der in Steinzeithütten groß wird, nimmt das keineswegs als Defizit war, eine ihm erklärte Minderwertigkeit besteht schlicht nicht. Er mag sich als arm wahrnehmen aber eben doch als normal und somit ist es für ihn nicht schlimm so zu leben. Das wird es erst, wenn man ihn in diese Ecke des Minderbemittelten stellt. Trotz Armut empfinden die Menschen dort dennoch menschliches Unrecht.Wenn Frauen in diesen Dörfern über Jahrhunderte nur Schleier und Burka tragen was empfindet die Dorfgemeinschaft dann wohl in Anbetracht von armierten Soldatinnen, die den Patriarchen dort erzählen will was sie zu tun und zu lassen haben?

Bringen wir es auf den Punkt, so werden sich die Westmächte dort zusätzliche Feinde schaffen. Wer Moral und Ethik am Baustoff des Hauses festmacht und seine eigene amoralische Handlungsweise nicht bemerkt der tut nichts gutes, sondern oktroyiert dem Rest der Welt sein Lebensverständnis auf. Das sich die Taliban gegen Schulen der Westmächte in dieser Form wehren ist doch am Ende nur logisch. Es muss also einen Weg geben der dieser unsäglich gewalttätigen Kultur einen Ausstieg ermöglicht den sie Verstehen in seiner Notwendigkeit.Die Bevölkerung muss lernen das Öffnung Neuorientierung bedeutet und nicht Unterwerfung gegenüber dem Teufel. Genau diesen Stellenwert haben wir zurzeit dort und dank des Kurzfilms bei Anne Will wissen wir nun auch, weshalb das so bleiben wird. Unter diesen politischen Gegebenheiten und Zielsetzungen werden unsere Soldaten dort nicht nur keinen Frieden hervorbringen sondern weiteren Terror fördern. Das, was die Welt braucht, ist in letzter Konsequenz eine neue Wertgesellschaft mit deiner Entwicklungsdynamik zum Frieden und individueller Unabhängigkeit hin. Ohne mit dem Finger auf andere zu Zeigen müssen kulturübergreifende Wege gesucht werden in der wir uns Unterstützen statt uns als konkurrierende Lebewesen wahrzunehmen allerdings fragt sich, was so eine Feststellung Wert ist, wenn wir im geringsten schon den Kampf um individuelle Unabhängigkeit und Freiheit aufgeben? Unterwerfung findet zunächst in den Familien am Arbeitsplatz und dem Staat gegenüber statt.

Nachtrag: Die Talk Show wird bei YouTube zwar gezeigt aber in einer bearbeiteten Fassung. Die kritisierten Szenen sind dort geschnitten worden!

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