Große Symbole und kleine Gesten

ferrari-190036_1280Es fällt auf das immer mehr Menschen durch große symbolische Taten ihr Ego aufplustern und glauben ihren Maßstab von „Wichtigkeit“ damit zu unterstreichen.

Der IS zum Beispiel zerstört Symbolträchtig Jahrhunderte alte Gebäude und Tempelanlagen. Kirchen fallen dem symbolträchtigen Zerstörungswahn genauso zum Opfer wie Schiitische Grabstätten. Man muss aber gar nicht so weit weg gucken um merkwürdige Verhaltensweisen der Symbolik wahrzunehmen. Der eine Heiratet in Verona weil dort einst der sagenumwobene Casanova ehelichte. Der andere versenkt ostentativ den Ehering an der tiefsten Stelle des Atlantik, genau dort wo einst die Hochzeitsreise begann. Dabei unterscheiden sich die Symbolhandlungen natürlich je nach Geltungskriterien immanent. Was bei den Benediktiner Mönchen als Tugend gilt, die Besitzlosigkeit, erscheint dem Reichen ein zu bekämpfendes Lebensdefizit zu sein. Meine Erfahrungen und die daraus resultierende Einstellung zu der großen Symbolik ist aber eine gänzlich andere als man mir das so vorlebt. Ich Glaube an derartigen Aberglauben, und dahin gehören die meisten Symbole gar nicht. Der IS zum Beispiel zerstört die Kulturgüter und schafft damit eine neuerliche Zerstörungskultur die zeigt wie wenig die Islamisten eigentlich von ihren eigenen Vätern und Vorfahren wissen. Der Mangel an Respekt ist nur ein Ausdruck von Selbsthass und Kranker Psyche. Es ist die fehlende Liebe die diese Menschen umtreibt und sie in den verstörenden Wahn verfallen lässt. Man bekämpft vergangene Kulturepochen nicht dadurch das man Häuser zerstört sondern dadurch das man neues lebt und sich abgrenzt im Verhalten. Die Prunkvolle Heirat in Verona geht vermutlich schneller den Bach runter als das bescheidene Ja Wort unter vier Augen. Nicht das ich es dem symbolisch Denkendem gönne aber große Gesten sind mit großen Erwartungen verbunden. Das Symbol verlangt einen Glauben daran und hier ist das Leben wahrhaftiger und ehrlicher als der Aberglaube. Nach meiner Erfahrung sind die kleinen Momente in denen du dich als Mensch öffnest und aufhörst etwas darstellen zu müssen die intensivsten und prägendsten Augenblicke sofern man es zulässt. Oft völlig unerwartet ereignet sie etwas ganz harmloses das im Nachgang dann zu einem Lehrstück des Lebens werden kann. Ein Telefonat mit besonders nachhaltigen Bedeutung oder ein Film der einen berührt kann viel „Wichtiger“ für unser Leben sein als das Symbol der Grandiosität. Der Reiche der gegen Armut kämpft sollte sich einmal auf Arme einlassen und sehen das auch dort Menschen mit Würde und Stolz leben wollen und die Armut oft nur dort ein echtes Problem wird wo der Reiche alles Aufkauft. Der bloße Besitz sagt eben nicht immer etwas über den Mensch aus. Umgekehrt ist das Sektierer Dasein wo schon der Besitz von Büchern zum Sündenfall erklärt wird natürlich ebenso wirr und zeigt das die falsch verstandene Symbolik eine Irrlehre ist. Der wahrhaftig Weise jedenfalls wird immer nach werturteilsfreiem Umgang im Miteinander streben. Er wird objektiv schöne Momente erleben wollen statt Prunk zum wichtigen Status zu erklären. Er wird wertfrei Lieben können und bedarf keiner Symbolik, er ist der wahrhaft Reiche.

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