Asyl: die richtige Interpretation der Lehre Christi

Zu diesem Thema schrieb Herr Birnleitner auf der Seite von Andreas Unterberger unter anderem folgendes:

Der Hinweis auf das Gebot der christlichen Nächstenliebe und der auf diesem Gebot aufbauenden Regelungen der Menschenrechte und der Genfer Asylkonvention basiert jedoch auf einer Unkenntnis der wahren Lehre Christi. Tatsächlich war Jesus Christus keineswegs ein Internationalist, sondern nach heutigen Begriffen als jüdischer Nationalist zu bezeichnen. Sowohl der Evangelist Matthäus (15,22-28) als auch der Evangelist Markus (7, 24-30) berichten davon, dass Jesus von einer Kanaaniterin, d.h. einer Ureinwohnerin Israels, um die Heilung ihrer Tochter, die von einem Dämon befallen war, angefleht wurde. Er sagte: „Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.“ – (Zum ganzen Text)

Meine  Anwort dazu konnte ich aufgrund der beschränkten Zeichen nicht abgeben und möchte das an dieser Stelle klar und deutlich nachholen.

Noch nie in meinem Leben habe ich eine so schlechte, ja gar böswillige Bibelinterpretation gelesen. Jesus verstand sich keineswegs als Nationalist sondern das Gegenteil ist der Fall. Er lehnte jede oberflächliche Einordnung zu ethnischen und religiösen Gruppen ab und nahm für sich „nur“ den Menschensohn in Anspruch. Sein Maß der Dinge war kosmopolitischer Natur und natürlich menschlicher im Sinne der Liebe und der Suche danach. Ihr ideologisches Weltbild passt zwar im politischen Sinne dazu weil natürlich wirtschaftliche Flucht kulturellen Probleme vermehren und nicht vermindern aber das ersetzt Menschlichkeit ja nicht. Die politische Orientierung muss zwangsläufig immer nach dem konkreten Umgang folgen und darf ja nicht in einen Exzess der Abneigung enden nur weil mir der andere für den Moment nicht passt. Richtig aber ist das man Ursachen für die Flucht auch im Westen sehen muss und nicht nur den Flüchtigen. Asyl ist nie die richtige Interpretation der Lehre Christi weil sie Menschen zu Bittstellern degradiert und den anderen zum Herrscher erhebt was ebenso fragwürdig ist. Selbstfindung, und das ist die richtige Interpretation auf Jesus lehre, verlangt demnach Autonomie und situative Flexibilität statt indoktrinierendem nationalem Selbstverständnis. Der Hinweis auf ihre angeblich wahre Lehre Christi ist hoffentlich nur einem Versehen und nicht ihrer Böswilligkeit entsprungen. Sonst nehmen Sie für sich die Worte Jesu in Anspruch der da sagte: „Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.“ (Israel steht hier als Sinnbild für das Volk und Reich Gottes auf Erden und nicht für eine Nation.)

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