Brauchen wir eine Burka Debatte?

Die Union will die Burka und Vollverschleierung zum Wahlkampf Thema machen und sie teilweise im öffentlichen Raum und beim Auto fahren verbieten. Ist ein solches Burkaverbot light aber auch Sinnvoll? Im Grunde genommen gibt es in Deutschland relativ wenige Frauen die mit Niqap, Burka oder Chador dem islamischen Ritus folgen und so könnte man damit eigentlich gelassen umgehen. Im zuge der ankommenden Flüchtlinge wird dieses Stück Stoff aber auch zum Thema der politischen Rechten und damit von der AfD instrumentalisiert. Wer meint eine Kleiderordnung des Islam mit einer neuen Kleiderordnung des Westens ersetzen zu müssen hat das Problem aber gar nicht wirklich begriffen. Die symbolische Diskussion wo man den Schleier tragen darf und wo nicht, ist aus psychologischer Sicht fehl am Platz und lenkt von dem eigentlichen Inhalt der nötigen Menschenrechtsdebatte ab. Deutschland beteiligt sich also politische gewollt an einer Debatte die man gänzlich anders thematisieren müsste. Die Frage müsste richtig lauten: „Ist eine Zwangsverschleierung der Frau und als solches muss man diese Kleiderordnung werten, überhaupt mit dem Menschenrecht einer Zivilisation vereinbar ist?“ Aus psychologischer Sicht ist der Schleier als Sichtschutz jedenfalls eine krankhafte Ausdrucksform eines Abwehrcharakters der weder Lebens förderlich noch soziologisch sinnvoll ist. Der Schleier wird zwar von fundamentalistischen Frauen „freiwillig“ getragen aber deren Unterordnung gegenüber der indoktrinierenden islamische Fatwa und den Hadithen ist längst als Kapitulation vor dem ganz natürlichen Entwicklungsprozess der individuellen Selbstentfaltung zu sehen. Diese Selbstkasteiung der Frau hat im historischen Kontext zwar lange als „normal“ gegolten musste aber im laufe der Aufklärung zunehmend aufgelöst werden. Glücklicher weise ist das so, warum man heute aber eine neuerliche pseudo Toleranz gegenüber diesen patriarchalischen Überbleibseln auch nur für Diskussionswürdig erachtet ist nicht nur gefährlich sondern auch ignorant gegenüber den Entwicklungsprozessen von Freiheit und Unabhängigkeit. Diese Definition von einer natürlichen ungezwungenen Freiheit bedarf keiner Diskussion denn sie ist ein Gott gegebener Fakt der uns Orientierung und erfahrbare Lebensgefühle beschert, die durch keine Kleiderordnung der Welt zerstört werden darf. So verstehe ich Religion. Die Burka Debatte darf also nicht ein Streit um ein Stück Stoff sein sondern sie sollte eine Auseinandersetzung mit dem Wert von Freiheit und Glück als solches einher gehen. Glaubt jenen nicht die meinen unter dem Schleier könnte man ein normales Leben führen denn sie haben längst verlernt was ein normales leben ist.

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