Das Ergebnis der Vergebung

In diesem wunderschönen Ort in Vietnam traf ich einen Veteranen, der mir folgende Geschichte erzählte. Er ist im Vietnam Krieg gewesen und hat später in den USA eine erfolgreiche Karriere gemacht. Zumindest den finanziellen Anforderungen entsprechend denn nach dem Tod seiner Frau quälten ihn Depressionen und sein Leben schien gelaufen zu sein. Weder seine Söhne noch seine Freunde konnten ihm den Suizid Gedanken ausreden, lediglich der Wunsch noch einmal zu Reisen stand als letzter Wille auf seinem Plan. Er gab all sein Vermögen den Kindern und behielt lediglich wenige Dollars und kaufte ein Flugticket. Spontan nicht etwa wie geplant nach Südamerika, sondern nach Vietnam. Dort angekommen musste er begreifen lernen unter welchen simplen Lebensbedingungen die Menschen dort existierten und wie deren unerwartete Offenheit zu seinem eigenen Leben führte. Sein zunächst schlechter mentaler Zustand führte dazu das sich eine vietnamesische Familie um ihn kümmerte und ihn als „Opa“ adoptierte. Er wurde in ihrem Hotel zum Nachtportier und bekam die Aufgabe den Kindern Englisch beizubringen. Der ehemalige Kämpfer wurde so zum Freund der Familie, der mit Tränen in den melancholischen Augen darüber berichtete wie er das Leben aufgeben wollte und dabei ein völlig neues fand.
Auf die Frage ob er noch einmal in seine Heimat zurückkehren wolle schüttelte er unerwartet energisch den Kopf und sagte sinngemäß: „Ich bin den Toten entkommen und bin unendlich dankbar hier zu sein. Dort in den USA bin ich eine Last und hier eine Freude für viele.“

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