Ein frohes neues Jahr euch allen?

Ich spare mir jetzt die alljährlich wiederkehrenden Phrasen zum Jahreswechsel. Ich will auch keine moralisierende Keule schwingen, um euch die Raketen zu vermiesen und will die Fete auch nicht als Querulant begleiten.
Ich will eigentlich zum Jahresausklang gar nichts sagen, dass ich nicht auch sonst vertrete.
Seid deshalb offenen Herzens und wachen Geistes, handelt in Vernunft und aus dem Moment heraus. Glaubt nicht der Freude sinnentleerter Besäufnisse und dem betäubenden Stumpfsinn medialen Entertainments. Anders gesagt, wünsche ich also keineswegs allen ein frohes neues Jahr, wenn sie nicht endlich lernen was „Froh“ bedeutet und wie diese Wahrnehmung wirkt und wie Frohsinn und Freude sich ausdrückt. Silvester als betäubendes oberflächliches Ereignis mit Knalleffekt empfehle ich jedenfalls nur meinen Widersachern. Das „Frohe Neue Jahr“, dass so unverändert beginnt wie das Alte aufgehört hat, erscheint mir ohnehin nur als die fortgeführte Illusion desolater Lebensvorstellungen. Wenn ihr also jemanden begegnet, der euch zu Silvester ein ernstes Gespräch aufdrängeln möchte, wenn jemand traurig und allein seinen Weg geht oder jemand überglücklich den Sternenhimmel bestaunt dann wendet euch jenen zu, denn sie sind es die den Wert mit sich tragen ohne Güter zu haben. Verlasst zum Jahreswechsel einfach die Abstraktion sämtlicher Gedanken und öffnet euch der gegenwärtigen Realität in eurem Umfeld. Versucht einfach das zu sehen was ist, ohne zu beschönigen oder zu rechtfertigen. Seid also froh oder auch traurig aber seid authentisch trotz oder gerade wegen der umtriebigen Festtagsstimmung. Nehmt es einmal in Kauf als Miesmacher zu gelten, wenn ihr keinen Spaß habt und akzeptiert die Abwendung der Freunde, wenn eure veränderte Lebenseinstellung keinen Zuspruch erhält. Nur so kann ein neues Jahr einen Neuanfang beinhalten. Gehorcht also euren Gefühlen statt den konditionierten Zwängen. Folgt einfach dem Prinzip aus den Augen, aus dem Sinn und tut was ihr für glücklich machend haltet. Aber tut es nicht, weil alle es tun, sondern weil ihr es so empfindet.

In diesem Sinne wünsche ich euch dann doch alles Gute!
Thomas Gottberg

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Ethik, Moral abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.